Seit mehr als 35 Jahren steht die QUARTIER gGmbH jetzt schon für künstlerische Praxis, kulturelle Bildung und soziale Teilhabe in Bremen. Gemeinsam mit Künstler:innen und Kulturschaffenden hat das Team von QUARTIER in diesem Zeitraum rund 550 Projekte realisiert, es ist gewachsen, hat sich verändert, weiterentwickelt und an veränderte Bedarfe angepasst. Dieser Prozess wird bald auch im Staatsarchiv Bremen sichtbar sein.
Karin Scharfenort, die zehn Jahre lang die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für QUARTIER gestaltet hat, hat das von 1989 bis 2025 gesammelte analoge und digitale Material gesichtet, geordnet und ein umfangreiches Archiv angelegt. Durch die wissenschaftliche Auswertung der Daten werden grundlegende Linien, Schwerpunkte und Entwicklungsphasen der Arbeit von QUARTIER sichtbar, was nicht nur dem Team wertvolle Impulse für seine Arbeit liefert.
Darüber hinaus hat Karin Scharfenort in Absprache mit dem Team 173 Projekte ausgewählt, die sie am Mittwoch, 04. März, zusammen mit QUARTIER-Geschäftsführer Christian Psioda vollständig dokumentiert an Marion Alpert vom Staatsarchiv Bremen übergeben hat. „Ich freue mich wirklich sehr, dass die jahrzehntelange kulturelle Bildungsarbeit von QUARTIER jetzt im Staatsarchiv Bremen ihren Platz findet“, sagt Karin Scharfenort. „Das ist eine wunderbare Anerkennung für all das, was in den Stadtteilen gewachsen ist. Diese Archivierung zeigt, dass Kultur und Teilhabe in benachteiligten Quartieren einen bleibenden Wert haben und für die Zukunft gesichert werden.“
Das Material kommt im Staatsarchiv jetzt erstmal ein paar Tage in Quarantäne. So soll sichergestellt werden, dass sich keine Schädlinge wie zum Beispiel Papierfischchen eingeschlichen haben, die den gesammelten Dokumenten im Staatsarchiv gefährlich werden können. Da gerade viel zu tun ist, wird es ein paar Monate dauern, bis die Unterlagen von QUARTIER öffentlich einsehbar sind, schätzt Marion Alpert. „35 Jahre Kulturarbeit in den Quartieren, das dokumentiert zu finden im Staatsarchiv ist eine tolle Sache“, sagt sie. „Wir haben hauptsächlich staatliche Unterlagen. Wir ergänzen das gerne über private Träger, die uns ihre Unterlagen überlassen. So können wir die ganze Kultur einer Stadt abbilden.“
„Die Aufnahme ins Staatsarchiv betrachte ich als Würdigung unserer jahrzehntelangen Bemühungen, kulturelle Teilhabe in Bremen zu begünstigen und Menschen in ihrer Vielfalt sichtbar zu machen“, sagt Christian Psioda. „Wir sind überaus dankbar für die immense Leistung, die Karin Scharfenort hier vollbracht hat. Damit hat sie QUARTIER ein kleines Denkmal gesetzt.“
