Am 6. August 1943 beschäftigt sich das Bremer Erbgesundheitsgericht mit dem Fall „Mariechen“. Drei Männer entscheiden in der Verhandlung über das Schicksal des 15-Jährigen Sinti-Mädchens, das in einer Pflegefamilie aufwächst und von dort in die Bremer Nervenklinik eingeliefert wird. Wird eine Zwangssterilisation angeordnet?
Die Protokolle und Akten sind Grundlage der szenischen Lesung „Unerhört – die Geschichte von Mariechen“, die am Sonntag, 8. März um 18 Uhr im Krankenhaus-Museum stattfindet. Die Lesung klinikum-bremen-ost.de schildert sowohl, wie es zu dieser Verhandlung kam und wie das Urteil ausfiel als auch, was nach der Entscheidung passierte.
Entwickelt hat sie der Historiker Dr. Hans Hesse, der seit Jahren zur Verfolgung der Sinti und Roma in Nordwestdeutschland und damit auch in Bremen forscht. Gelesen werden die historischen Quellen von sieben Personen. Dabei sind sowohl professionelle Sprechende als auch Menschen, die sich als Lesende ehrenamtlich einbringen, um das Stück lebendig zu gestalten.
Die Lesung ist Teil des Gedenk-Programms zum 27. Januar des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ und des Landeszentrale für politische Bildung.
Der Eintritt ist frei. Um eine Spende wird gebeten.
Alle Informationen sind auch auf der Homepage zu finden: www.kulturambulanz.de
