MartinsclubMartinsclub: Spezielles Wohnangebot auf dem Ellener Hof feierlich eröffnet

Nach etwa fünfjähriger Planungs- und Bauzeit hat der Martinsclub Bremen e. V. das Wohnprojekt „Quartier|Wohnen“ auf dem Ellener Hof in Bremen-Osterholz eröffnet.

Dort sind vor kurzem sechs junge Erwachsene mit einer geistigen Beeinträchtigung eingezogen, die unter anderem Verhaltensweisen des fetalen Alkoholsyndroms (FAS) zeigen. Dies kann auftreten, wenn die Mutter in der Schwangerschaft Alkohol zu sich nimmt. Zu den möglichen Folgen zählen neben körperlichen Schäden oftmals ein auffälliges Sozialverhalten, Lernstörungen oder psychische Probleme. „Es war eine Mammutaufgabe, dieses Projekt über lange Zeit voranzutreiben und umzusetzen. Nun sind wir sehr froh, dass wir diese neuartige Wohnform endlich fertigstellen konnten“, erklärt Martinsclub-Vorstand Thomas Bretschneider. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Besonderheit: Diese Wohnform mit ihrer speziellen Ausrichtung auf die Zielgruppe fetales Alkoholsyndrom gibt es nur ganze fünf Mal in Deutschland, in Bremen ist sie die erste ihrer Art.

Neue Wege in Sachen fetales Alkoholsyndrom

Mit einem Festakt wurde nun die Einweihung des Hauses gefeiert, etwa 80 geladene Gäste – darunter Sozialsenatorin Anja Stahmann sowie einige Projektpartner, Freunde und Förderer des Martinsclub - waren anwesend. „Der Martinsclub schlägt mit diesem fortschrittlichen Ansatz im Umgang mit Menschen, die Verhaltensweisen des fetalen Alkoholsyndroms zeigen, einen neuen Weg ein. Dieses innovative Vorgehen ist für die Zielgruppe, aber auch für ganz Bremen ein großer Gewinn“, freut sich Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. Dass diese besondere Form der geistigen Beeinträchtigung eine ebenso spezialisierte Antwort erfordere, findet auch Margarethe Jakubiec, Leiterin der Einrichtung: „Menschen, die mit dem fetalen Alkoholsyndrom leben, durchlaufen oft eine Vielzahl an Betreuungsangeboten, die meistens nicht ihren Bedürfnissen entsprechen. So entstehen häufig Lebensläufe, die einer Chronologie des Scheiterns ähneln. Wir versuchen nun, ein passgenaues Angebot zu machen, das sich am tatsächlichen Bedarf der Bewohner orientiert.“ So wird einerseits eine enge pädagogische Begleitung der Klienten sichergestellt, andererseits wird versucht, ihnen Selbstständigkeit zu vermitteln und sie auf ein geregeltes, eigenständiges Leben vorzubereiten. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Anbindung an die Nachbarschaft: Auf dem Ellener Hof entstehen zahlreiche kulturelle und soziale Angebote, von denen die Bewohner des Quartier|Wohnens profitieren können.

Langer Weg ins Ziel

Untergebracht ist das Wohnprojekt in einem alten Bauernhaus, das der Martinsclub in den letzten Jahren abgetragen und in Anlehnung an den Ursprungszustand neu aufgebaut hat. Der Eröffnung und den Baumaßnahmen vorausgegangen sind dabei langwierige Planungen, um das Projekt zielgerichtet umsetzen zu können. „Hier gab es verschiedene konzeptionelle und baurechtliche Anforderungen, die es zu erfüllen galt. Für uns als Bauherrn war es eine große Herausforderung, ein Projekt von dieser Größe und Tragweite zu stemmen. Aber mit dem Ergebnis sind wir hochzufrieden. Dass wir das Quartier|Wohnen nun eröffnen konnten ist ein echter Meilenstein für uns“, betont Sebastian Jung, Mitglied der Geschäftsleitung des Martinsclub. Eingebettet ist das Wohnprojekt in das sozial-ökologische Stiftungsdorf Ellener Hof, das unter der Schirmherrschaft der Bremer Heimstiftung im Osterholzer Ortsteil Ellener Feld entsteht.

 Fotos: Frank Pusch

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    Regina Schmid (Mitglied der Geschäftsleitung des Martinsclub, Moderartorin der Veranstaltung) + Publikum

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    Thomas Bretschneider (Vorstand Martinsclub), Thomas Hoier (Bewohner), Anja Stahmann (Sozialsenatorin), André Vater (Vorstandsvorsitzender Bremer Heimstiftung)

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    Thomas Bretschneider (Vorstand Martinsclub)

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    Marius Nabow & Thomas Hoier (Bewohner)

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    Margarethe Jakubiec (Hausleiterin)

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    Sabine Schöbel (Koordinatorin Stadtleben Ellener Hof), Thomas Bretschneider (Vorstand Martinsclub), Margarethe Jakubiec (Hausleiterin), Holger Sauer (Nachfahre des früheren Bauernhofbesitzers), Anja Stahmann (Sozialsenatorin), André Vater (Vorstandsvorsitzender Bremer Heimstiftung)