Ute BrunzelUte Brunzel ist seit 2008 Vorsitzende des Sportvereins Osterholz-Tenever, nachdem sie seit 2001 zunächst zweite Vorsitzende war. OT, wie der Verein kurz genannt wird, ist der mitgliederstärkste Sportverein im Bremer Osten. Ute Brunzel führt den Verein wie ein mittelständisches Unternehmen, das seine finanzielle Unabhängigkeit wahren, um neue Mitglieder werben und flexibel auf die sich ständig ändernden Vorstellungen der Vereinsmitglieder eingehen muss. So gibt es heute neben den traditionellen Sportarten wie Fußball, Handball eine große Reihe von zeitgemäßen Angeboten, die in den Vordergrund gerückt sind und von vielen Stamm- aber auch neuen Mitgliedern zahlreich frequentiert werden. Hierzu gehören beispielsweise Pilates, Zumba und Yoga, aber auch der Gesundheitssport. Um diese Sportarten, die sich nicht für große Hallen eignen, anbieten zu können, fasste der Verein vor einigen Jahren den Entschluss, eine kleine Halle zu bauen. Ein mutiges Unternehmen: Vom Entschluss bis zur Einweihung der sogenannten Mehrgenerationenhalle war es ein langer steiniger Weg für die Vereinsvorsitzende, die beharrlich alle Möglichkeiten und besonders die der Finanzierung genutzt hat, um den Plan zu realisieren. Der Einsatz hat sich gelohnt: Die „kleine Halle“ ist ständig ausgebucht.
Neu im Angebot ist seit kurzem American Football.
Besonders wichtig ist Ute Brunzel, Jugendliche von der Straße zu holen, Flüchtlinge zu integrieren sowie Senioren durch gute Sportangebote die Möglichkeit zu bieten, gesund und fit zu bleiben..
Der Verein hat seine Geschäftsstelle bei der Sportanlage Schevemoor.

BORiS: Was gefällt Ihnen in Osterholz?

Ute Brunzel: Mir gefällt die gute Vernetzung der Institutionen im Stadtteil und der respektvolle Umgang untereinander. Wenn man ein Problem hat, findet man schnell einen kompetenten Ansprechpartner, mit dem zusammen man eine Lösung sucht.

BORiS: Was würden Sie in Osterholz ändern, wenn Sie könnten?

Ute Brunzel: Ich würde den Einsatz von Windrädern am Bultensee verhindern, um das Naturschutzgebiet für viele Zugvögel zu erhalten.

Ich würde den Fußweg hinter dem Weserpark befestigen, um bei Regenwetter ohne Gummistiefel zum Weserpark und zur Linie 1 zu gelangen.

Einbrüche und Überfälle in Osterholz durch weitere Aufklärung und Aktivieren von Nachbarschaftshilfe bekämpfen: Wenn alle ein wenig aufeinander achten, könnten viele Straftaten verhindert werden.

BORiS: Was ist Ihnen besonders wichtig?

Ute Brunzel: Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Respekt voreinander. Dies sind wichtige Voraussetzungen für alle Formen des Zusammenlebens. Wichtig ist mir auch, dass man sich an Versprechen hält.

BORiS: Womit beginnt ein perfekter Tag?

Ute Brunzel: Mit einem guten Frühstück ohne Zeitdruck, dem Lesen der Tageszeitung und einem ausgiebigen Spaziergang mit meinem Hund Leo.

BORiS: Was lesen Sie gerade?

Ute Brunzel: „Als wir unsterblich waren“ von Charlotte Roth:
Zwei Protagonisten: Alexandra, die im November 1989 nach dem Mauerfall ihre große Liebe trifft. Und Paula, die im Berlin vor dem ersten Weltkrieg lebt, sich leidenschaftlich für Frauen- und Arbeitsrechte einsetzt und in dem Studentenführer Clemens ihre große Liebe findet, mit dem sie Seite an Seite kämpft.

BORiS: Gibt es einen aktuellen Lieblingsfilm und Lieblingsmusik?

Ute Brunzel: Lieblingsfilm: „Ziemlich beste Freunde“ von Olivier Nakache und Eric Toledano: Ein dunkelhäutiger Einwanderer hat gerade seine Gefängnisstrafe hinter sich und nun arbeitslos, schafft er es, seinen notorisch kritischen Chef, der nach einem Gleitschirmunfall querschnittsgelähmt und auf Rundumpflege angewiesen ist, nicht nur richtig anzufassen, sondern ihm wieder frische Energie und Lebensfreude zu geben und ihn dadurch aus seinem depressiven Stimmungstief zu holen.
Lieblingsmusik: Ich höre meistens gemischte Musik im Radio. Wenn ich mal Zeit habe, höre ich gerne Supertramp oder auch keltische Musik. Kürzlich haben wir gerade „Excalibur“ /Schwert von König Artus in der ÖVB-Arena besucht. Die Musik hat mir auch recht gut gefallen.

BORiS: Welches Land fasziniert Sie und warum?

Ute Brunzel: Ich habe kein bestimmtes Lieblingsland, interessiere mich für viele Länder. In den letzten Jahren haben wir zweimal mit dem Wohnmobil Schweden bereist. Dort gibt es Natur pur. Oft sieht man dort lange Zeit keinen einzigen Menschen. Besonders fasziniert hat mich die Begegnung mit den dort lebenden Elchen. Gern würde ich auch mal mit dem Postschiff zum Nordkap reisen. Oder nach Island ..oder rund ums Mittelmeer..

BORiS: Was würden Sie gern mal tun?

Ute Brunzel: Wenn ich viel Zeit hätte, würde ich gern mit dem Wohnmobil lange Reisen unternehmen und Länder erkunden.

BORiS: Haben Sie ein Lieblingszitat / Lebensweisheit?

Ute Brunzel: „Denk nicht so oft daran, was dir fehlt, sondern an das, was du hast“ von Marc Aurel. Wichtig ist, im Hier und Jetzt zu leben und dort auch seine Zufriedenheit zu finden.

BORiS: Mit wem würden Sie gerne mal einen Tag tauschen?

Ute Brunzel: Mit der Bundeskanzlerin oder dem Bundespräsidenten. Die trefffen jeden Tag viele interessante Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen und sind an der Lösung von zentralen und wichtigen Problemen beteiligt.

BORiS: Was tun Sie nach einem anstrengenden Tag?

Ute Brunzel: Um abzuschalten und die Probleme des Tages zu verarbeiten, mache ich einen langen Spaziergang mit meinem Hund oder nehme ein schönes Schaumbad oder schaue mir einen guten Film an.

BORiS: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Ingrid Osterhorn.

Zur Person: Ute Brunzel ist verheiratet. Sie lebt mit ihrem Ehemann, drei Kindern und einem Hund in Osterholz. Sie ist selbständige Rechtsanwältin. Beruf und ehrenamtliche Tätigkeit für den Verein sind trotz großer Motivation zeitlich oft schwer miteinander zu vereinbaren. Seit kurzem wird Ute Brunzel von ihrer Tochter in der Funktion einer Geschäftsführerin in ihrer Arbeit als Vereinsvorsitzende unterstützt.

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