Grundsteinlegung Ellener Hof
v.l.n.r.: Thomas Bretschneider (Vorstand Martinsclub), Jakin Schumpp (Architekt, kammler&partner), Margarethe Jakubiec (Martinsclub, künftige Hausleitung), Alexander Künzel (Seniorvorstand Bremer Heimstiftung) - Grundsteinlegung Ellener Hof
v.l.n.r.: Thomas Bretschneider (Vorstand Martinsclub), Jakin Schumpp (Architekt, kammler&partner), Margarethe Jakubiec (Martinsclub, künftige Hausleitung), Alexander Künzel (Seniorvorstand Bremer Heimstiftung) - Grundsteinlegung Ellener Hof
Martinsclub feiert Baubeginn im „Ellener Hof“ – Erschließung neuer Zielgruppe

Der Anfang ist gemacht. Am heutigen Dienstag (16.6.2020) hat der Martinsclub Bremen e. V. den Grundstein für sein neues inklusives Wohnangebot „Quartier|Wohnen Ellener Hof“ gelegt. Mit dem teilweisen Neubau eines alten Bauernhof-Gebäudes im Wohnquartier Ellener Hof verwirklicht der Behindertenhilfeträger eine Wohneinrichtung, die sich speziell an junge Erwachsene mit geistiger Beeinträchtigung richtet.

Etwa 50 geladene Gäste, darunter Kooperationspartner sowie Freunde und Mitarbeiter des Martinsclub, wohnten der unter freiem Himmel abgehaltenen Zeremonie bei und feierten so den symbolischen Baubeginn. „Auf diesen Moment haben wir lange hingearbeitet. Unsere Planungen für das Quartier|Wohnen Ellener Hof sind abgeschlossen, jetzt geht’s an die Umsetzung“, freute sich Martinsclub-Vorstand Thomas Bretschneider auf die kommenden Arbeitsschritte.

 

„Quartier|Wohen“: Inklusives Konzept für eine neue Zielgruppe

Mit dem Vorhaben im Bremer Osten betritt der Martinsclub thematisches Neuland. Erstmals bietet der Behindertenhilfeträger eine Wohnform an, die sich speziell an Menschen mit fetalem Alkoholsyndrom (FASD) richtet. Dies kann bei Kindern auftreten, deren Mütter während der Schwangerschaft Alkohol konsumieren. Zu den Folgen zählen etwa irreparable Schäden des zentralen Nervensystems. Neben körperlichen Symptomen kann es zu Lernstörungen, Auffälligkeiten im Sozialverhalten und/oder psychischen Störungen mit oft lebenslangen Auswirkungen kommen. Somit erfordert diese Diagnose spezifische, an die Bedürfnisse der Klienten ausgerichtete Angebote. „Bei dieser Zielgruppe ist eine passgenaue Unterstützung besonders wichtig. Einerseits braucht es eine engmaschige pädagogische Begleitung. Andererseits sollen Autonomie und Selbstständigkeit vermittelt werden. Ziel ist es, die Klienten auf ein eigenständig geführtes Leben vorzubereiten“, erklärt die zukünftige Hausleitung Margarethe Jakubiec den inklusiven Ansatz. Zudem sieht das Konzept „Quartier|Wohnen“ einen lebendigen nachbarschaftlichen Austausch und maximale gesellschaftliche Teilhabe im unmittelbaren Lebensumfeld vor. Bei Fertigstellung wird die Wohneinrichtung die erste ihrer Art in Bremen sowie bundesweit eine von nur Wenigen sein. Insgesamt werden sechs junge Menschen mit FASD in das Haus einziehen. Das neue Gebäude entsteht dabei auf dem Areal eines ehemaligen Bauernhofes. „Dieser wurde in den vergangenen Monaten abgetragen, wobei die identitätsstiftende Frontfassade erhalten blieb. Vorgesehen ist, das Gebäude optisch sowie in seiner Kubatur soweit wie möglich wieder an den Altbestand anzupassen“, so Jakin Schumpp vom Architekturbüro kammler & partner, das die Bauarbeiten planerisch begleitet.

 

Stiftungsdorf Ellener Hof: Bunte Mischung im vielfältigen Quartier

Mit der Errichtung des Wohnprojekts beteiligt sich der Martinsclub am sozial-ökologischen Wohnquartier Ellener Hof im Osterholzer Ortsteil Ellener Feld. Insgesamt sollen hier 1.000 Bremerinnen und Bremer ein neues Zuhause finden. Eigentümerin des neun Hektar großen Geländes ist die Bremer Heimstiftung. Mit der Ansiedlung von Vereinen, sozialen Einrichtungen und Kulturangeboten strebt sie einen bunten Mix aus Wohnen, Arbeiten und Freizeitmöglichkeiten an. „Wir sind sehr froh über das Engagement des Martinsclub im Ellener Hof. Das Wohnangebot für Menschen mit Beeinträchtigung fügt sich hervorragend in die Struktur ein und stellt eine Bereicherung für den Ortsteil dar“, ist sich Alexander Künzel, Seniorvorstand der Bremer Heimstiftung, sicher.