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90 Jahre Kampf für den Sozialstaat

Der Ortsverband Osterholz des Sozialverbands Deutschland feiert Geburtstag.

Beiratssprecher Wolfgang Haase, Kreisvorsitzender Klaus Möhle, erster Vorsitzender Fred Schweinoch, Landesverbandschef Uwe Poggenhorn, Petra Poggenhorn, Micha Mucha, Musiker

Viele Mitglieder und Gäste haben sich zur Feier des 90-jährigen Bestehens des Ortsverbandes Osterholz des Sozialverbandes Deutschland am 8. Oktober 2016 im Sitzungssaal des Ortsamtes eingefunden. In seiner Ansprache geht Fred Schweinoch, seit April 2016 erster Vorsitzender des Osterholzer Ortsverbandes, auf die Ereignisse des 1926 als Reichsbund gegründeten Ortsverbandes ein. Heute wie damals setze sich der Verband für die Belange derjenigen ein, die nicht auf der Sonnenseite der Gesellschaft stünden.

 

Dies unterstrich auch Klaus Möhle, Kreisvorsitzender des Sozialverbandes und SPD-Bürgerschaftsabgeordneter. Er betonte, dass das Ehrenamt eine riesige Stütze für die Gesellschaft sei. Nur müsse man darauf achten, dass die Hauptamtlichen im sozialen Bereich nicht immer weniger würden. Es gäbe viele Probleme, die gelöst werden müssten, wie zum Beispiel dass Menschen mit Behinderungen sich nicht ausgegrenzt fühlen, dass behindertengerechte Wohnungen geschaffen werden. Eingehend auf das zunehmend polarisierende Klima in unserer Gesellschaft drückte er aus, dass ihm das Angst und Bange mache. Dies sei aber keine Rechtfertigung für Fremdenfeindlichkeit. Entscheidend sei, was dem gesellschaftlichen Zusammenhalt schade oder nütze. Er wünsche dem Osterholzer Ortsverband, der heute 500 Mitglieder habe, weitere erfolgreiche 90 Jahre.
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Rückblickend auf die Geschichte des Sozialverbandes berichtet Fred Schweinoh von 90 Jahren gelebter Solidarität, damals mit den Opfern des 1. Weltkrieges, den Witwen, Waisen und Kriegsversehrten. Heute seien es häufig die Opfer der immer schneller werdenden Arbeitswelt. Verlöre man heute seine Arbeit, komme man ohne Beistand nur mühsem zu seinem Recht auf Hilfe
 Im Geschichtsbuch des Verbandes sei zu lesen, dass der Reichsbund von den Nationalsozialisten
aufgelöst worden , aber 1946 unter seinem neuen Namen Sozialverband Deutschland gegründet worden sei. Die Wirtschaftswunderjahre brachten Wohlstand und Sicherheit. Dennoch habe es derzeit schon die ersten „Verlierer“ gegeben: Leistungsdruck und Arbeitssicherheit forderten ihren Tribut. Sozialverbände und Gewerkschaften hätten sich unter anderem für eine Verkürzung der Arbeitszeit eingesetzt. Die soziale Absicherung der Menschen im Krankheitsfall und besonders bei Berufsunfähigkeit seien auch heute ein immer größer werdendes Feld.

Die Aufgaben des Sozialverbandes seien vielfältig und drängend, führt Fred Schweinoch aus. Das meint auch Uwe Poggenkorn, der Vertreter des Landesverbandes des Sozialverbandes Deutschland und fügt hinzu, es gehe um Werte wie Solidarität, Zivilcourage und soziale Gerechtigkeit.

Wolfgang Haase, Sprecher des Beirats Osterholz, betonte: Die Gesellschaft wäre ärmer und kälter ohne Sie“ und lobte das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Ortsverbandes Osterholz.

Ingrid Osterhorn

 

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